Der kleine, ca. 1 m hoch werdende Strauch gehört der Familie der Seidelbastgewächse (Thymelaeaceae) an. Oft schon im Februar, lange bevor sich die Blätter entfalten, erscheinen die ungestielten, rosa oder roten, wunderbar duftenden Blüten. Sie sitzen in den Blattachseln der vorjährigen Blätter. Was wir als Blütenblätter zu erkennen glauben sind in Wirklichkeit 4 Kelchzipfel. Blütenblätter fehlen.

Die Frucht ist eine einsamige beerenartige Steinfrucht, im Reifezustand leuchtend hellrot. Die ganzrandigen, lanzettlichen, 3-10 cm langen und 1-3 cm breiten Blätter, die in Büscheln wechselständig nur an den Enden von Zweigen stehen, sind sommergrün, oberseits hellgrün, die Unterseite ist graugrün.

 

Der Gewöhnliche Seidelbast bevorzugt lichte Laubwälder, Auwälder oder Wald-Lichtungen. Er möchte nährstoffreichen, kalkhaltigen, Lehm- und Tonboden, der humushaltig sein soll. Er liebt eine Mullauflage zum Beispiel aus Laub, die sein Wurzelwerk feucht hält.

 

Alle Pflanzenteile sind sehr giftig, besonders die Rinde. Die appetitlich aussehenden roten Beeren sind eine ernstzunehmende Gefahr für Kinder, da schon 10 Beeren tödliche Vergiftungen hervorrufen können. Sie enthalten Mezerein, Daphnin, ein Glykosid und Daphnetoxin. Der Saft der Pflanze kann auf der Haut schwer heilende Hautreizungen und Blasen hervorrufen.

 

Als Heilmittel wurden früher die Rinde und die Beeren als Abführmittel und äußerlich als blasenziehendes Mittel verwendet, wovon heute aber abgeraten wird, da die Anwendung wegen der Giftigkeit zu gefährlich ist.

Niesen, Übelkeit, Magenschleimhautentzündungen mit Nekrosenbildung der Schleimhaut, Fieber, Lähmungen und Krämpfe, Nierenschädigung und Kreislaufkollaps werden als Vergiftungserscheinungen angegeben.

Das Homöopathikum Mezereum wird vor der Blütezeit aus der frischen Rinde gewonnen. Dieses findet auch heute noch Anwendung bei Hautkrankheiten, bei offenen Beinen und bestimmten Schmerzzuständen.
 

Dia 35 mm
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