Wenden wir uns nun noch der Hagebutte zu:
Hier möchte ich zunächst auf die sogenannten "Zammabäbbte" hinweisen. Es
handelt sich dabei um Weihnachtsgebäck meiner Mutter, welches mit "Hegemark"
(Hagebuttenmarmelade) gefüllt und immer als erstes vom Weihnachtsteller
verschwunden war. Natürlich muss hierfür, damit die Sache stimmt, die
blumenförmige, 5-blättrige Ausstechform verwendet werden!
Die Scheinfrüchte oder auch Sammelfrüchte (die Hagebutten) sind im
Spätherbst rot und reif. Im Innern finden wir die eigentlichen Früchte,
die zahlreiche Nüsschen, die mit feinen Härchen umgeben sind (diese
rufen wiederum Kindheitserinnerungen in uns wach, sodass es uns schon
bei dem Gedanken daran zu jucken beginnt). Diese Nüsschen bildeten
sich aus den Fruchtknoten der Blüte und senkten sich während der
Vegetationsperiode in den Blütenboden hinein, der sie nun umhüllt und
sich zur reifen Hagebutte rot färbt.
Wenn ich die Inhaltsstoffe M. Pahlow's Heilpflanzenbuch entnehme (viel
Vitamin C, Vitamin A, B1, B2, K, P, Mineralstoffe, Fruchtsäuren,
Flavonoide, Gerbstoffe, Zucker und in den Nüsschen Vanillin und fette
Öle), dann denke ich eher an ein Nahrungsmittel als an eine Heilpflanze.
Tatsächlich finden wir unsere wichtigsten Obstsorten wie Äpfel, Birnen,
Zwetschgen, Kirschen, Aprikosen, Himbeeren, Brombeeren, Erdbeeren,
Schlehen, Hagebutten... in der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Die
Rose repräsentiert eine Pflanzenfamilie, die für die menschliche
Ernährung sehr wichtig ist. Die wichtigste Nahrungsquelle, aus der wir
unser Hauptnahrungsmittel schöpfen,
findet der Mensch in der Familie der Gräser. Die Rosaceae
versüßen uns das Leben mit ihren Früchten.
Doch die Heilwirkung der Hagebutte darf nicht ganz unterschlagen werden.
Sie entspricht in der gegenwärtigen Schulmedizin der des Vitamin C und
wird heute zur Steigerung der Abwehrkräfte, bei Fieber und Erkältungen
sowie bei schlecht heilenden Wunden angewendet. Auch eine leicht
abführende Wirkung ist nachgewiesen. Tatsache ist, dass die Hagebutten
sehr viel Vitamin C enthalten, in der Trockenmasse mehr als in Orangen
oder Kiwi. Außerdem sind ihre Vitamine sehr haltbar und hitzebeständig.
Deshalb wurde die Hagebutte schon seit alters her zur Stärkung der
Abwehrkräfte des Menschen angewandt. Das passt doch wieder vorzüglich in
die Symbolik der Rose in Bezug auf den Menschen: Sie stärkt die
Abwehrkräfte, hilft also Menschenschädliches abzuwehren, wie oben
bereits in anderem Zusammenhang erwähnt wurde.
Vermutlich bergen auch die Nüsschen in der Hagebutte ungeahnte
Heilkräfte. Wenn diese erforscht werden, wird sich das Geheimnis um die
Wertschätzung der Rose wieder ein stückweit offenbaren.
Vielleicht konnte ich nun doch verdeutlichen, dass die Rose eine ganz
besondere oder wenigstens eine der besonderen Pflanzen ist. Sie steht
nämlich mit ihrer Symbolik nicht alleine. Zu ihr gesellt sich zum
Beispiel die Lilie, die ebenfalls schon seit langer Zeit als
Symbolträgerin fungiert. Rose und Lilie sind in dieser Hinsicht populär.
Kaum bekannt dagegen sind die Geschichten über den Efeu, die Eibe oder
auch über die Eiche.