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Die Rose als Symbol

 

Da sich nun die Rose so konsequent an die Geometrie des Pentagramms hält und den "Goldenen Schnitt" in sich trägt wie keine andere Pflanze, ist es nicht verwunderlich, dass der Mensch bei ihrem Anblick Harmonie empfindet und sie um ihrer Ästhetik willen zur Königin der Blumen krönte. So konnte sie als Symbolträgerin viele Jahrtausende und viele Hochkulturen überdauern. Die Rose verkörpert die Gesetzmäßigkeiten des Pentagramms in Form einer Pflanze.

Es ist naheliegend, dass im Märchen eine Rose das Dornröschenschloss überwuchert und so die Schlafenden in ihm vor Bösem bewahrt, um den guten Prinzen mit seinen reinen und aufrichtigen Absichten hindurchzulassen, als die Zeit reif war.

An alten Beichtstühlen und auch in manchen Gerichtssälen findet man immer wieder geschnitzte Rosen. Vielleicht sollen sie auch dort vor Bösem und Unwahrem schützen.

 

Eine geschnitzte Rose an einem alten Beichtstuhl.

 

Die Marie im Rosenhag von Stephan Lochner um 1448

(Köln, Wallraf-Richarz-Museum).

 

 

Mittelalterliche Gemälde zeigen oft die Mutter Maria im Rosenhag. Maria trägt eine Krone, in der Rosen zu sehen sind. Damit will der Künstler ausdrücken, dass sie wahrhaftig ist und rein von allem Menschenfeindlichen. Nur die vollkommene Frau, die reinste Menschenseele konnte Mutter Gottes werden, und durch den beschützenden Rosenhag wird das in Ewigkeit so bleiben. Das ist die bildhafte Sprache des Künstlers.

Zur gleichen Zeit wurden manche Gehöfte mit so einem Rosenhag eingefriedet. Zum Schutz vor Raubtieren und Gesindel wäre auch eine Brombeerhecke geeignet gewesen, doch menschenfeindliche Dämonen konnten mit Rosenhecken besser abgehalten werden.

Auch im nächsten Beispiel bedeutet die Rose die Wahrheit, "die Weltenweisheit": Das Jesuskind auf dem Rosenbaum, der hier als Weltenbaum dargestellt wird, überschüttet den Mönch mit der Wahrheit in Form von Rosen. Dass der Mönch diese ihm mitgeteilte Wahrheit nicht verschweigen soll (der Rose wird oft auch die Bedeutung der Verschwiegenheit zugeteilt), machen die Schriftrollen deutlich. 

Derartige Rosendarstellungen finden wir in der Kunst häufig, sehr oft nur unscheinbar und nebensächlich, wie im dritten Beispiel an einem Altarbild im Überlinger Münster: Der alte, knorrige Rosenstock unter dem Buch soll verdeutlichen, dass hier die Wahrheit gepredigt wurde.
 

Wenn eine Frau von ihrem Verehrer eine rote Rose überreicht bekommt, dann darf sie davon ausgehen, dass er nicht nur seinen sexuellen Trieben nachgehen will. Er will damit ausdrücken: "ich meine es ehrlich", oder "ich liebe Dich aufrichtig", was dann auch die menschliche, irdische Liebe mit der dazugehörigen Sexualität nicht ausschließt. Denn die Rose ist Fünfstern, der Fünfstern birgt den Drudenfuß als Polarität. Das irdische Leben ist ein Pendeln zwischen Polaritäten.

 

 

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