Primula elatior ist im deutschsprachigen Raum unter den Namen "Hohe Schlüsselblume", "Große Schlüsselblume", "Wald-Schlüsselblume", oder „Großer Himmelsschlüssel“ bekannt und als Frühlingsblume zur Osterzeit beliebt. Darum findet man sie auch oft in Gärten an schattigen bis halbschattigen, eher feuchten Plätzen unter Laubbäumen und unter Hecken. Dort vermischen sie sich (bastardieren) auch gelegentlich mit Primula vulgaris oder mit Primula veris.

In der freien Natur finden wir die Hohe Schlüsselblume ebenfalls in feuchten Wiesen und Wäldern. Auf Standorten mit humosen, nährstoffreichen und feuchten Lehmböden bilden sich häufig größere Bestände.

 

 

Es handelt sich um eine ausdauernde Staude.

Der Wurzelstock der schon etwas älteren Pflanzen besteht aus länglichen Rhizomen, die an oder unter der Erdoberfläche kriechen, nach unten lange weiße Wurzelfäden in den Boden treiben und sich so fest verankern. An der Rhizomspitze wachsen die typischen, runzeligen und in einer Rosette angeordneten Blätter. Sie verlaufen am Blattstiel beidseits sich verschmälernd hinab und lassen diesen geflügelt erscheinen.

Aus der Blattrosette strebt ein behaarter Blütenstängel empor, der oben eine deutlich einseitswendige Dolde aus mehreren gestielten Blüten trägt. Aus einem ca. 1 cm langen Kelch, der eine kantige, leicht geflügelte Form und eine blassgrüne Färbung besitzt, ragt die Blütenkronröhre. Diese weitet sich in eine verwachsene, 5-zipflige, hell- bis schwefelgelb gefärbte Blütenkrone.

Später im Jahr bildet sich in diesem Kelch eine rundlich, zylindrische Kapsel, die bei Trockenheit und zur Reifezeit aufspringt und die Samenkörnchen freigibt.

 

 

Aus den jüngeren Rhizomen der Schlüsselblume, aber auch aus den Blüten kann ein Heiltee gewonnen werden, der einerseits harntreibend und andererseits schleimlösend wirkt und deshalb als Hustentee gut geeignet ist. Sowohl Primula elatior, wie auch Primula veris werden zu diesem Zweck geerntet. Ob es nicht doch Unterschiede in der Wirkungsweise der beiden Pflanzen gibt, wo sich doch die eine Primel im feuchten Schatten aufhält, während sich die andere eher auf trockeneren und sonnigen Standorten wohl fühlt?

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