Iris / Aus der Vergangenheit
Die Iris ist
eine vielgestaltige, außergewöhnliche und vor allem schöne
Pflanzengattung, die schon sehr früh das Interesse der Menschen auf
sich gezogen hat. Die Fresken im minoischen Tempel Knossos auf Kreta dürften
wohl die ältesten noch erhaltenen Irisdarstellungen sein und stammen
aus der Zeit um 1500 v. Chr. In allen Kulturen finden wir die Iris in
einer symbolischen Sonderstellung unter den Blumen. Im alten Ägypten
symbolisiert sie die Beredsamkeit, in der mohammedanischen (islamischen) Kultur ist
sie ein Zeichen des Wohlstandes, der dadurch auch den Toten wieder
zuteil kommen soll, indem man sie auf Gräbern anpflanzt. Vielleicht
liegt darin der Grund, weshalb man auch heute noch sehr oft Iris albicans im Mittelmeerraum auf und um Friedhöfe antrifft. Iris albicans
stammt ursprünglich aus Saudi-Arabien und wurde vermutlich durch die
Sarazenen im Mittelmeergebiet verbreitet. Iris auf Friedhöfen, in
Kirchen, Klöstern oder Tempeln, ergeben ein besonderes symbolisches
Bild, denn Iris ist die Götterbotin, die die Seelen der verstorbenen
Menschen auf der Bahn des Regenbogens, in das Reich des ewigen Friedens
begleitete. Durch Mönche und Kreuzritter fand
die Bartiris den Weg über die Alpen in den Norden und wurde von da an
bei uns in Gärten, vor allem in Klostergärten kultiviert.
Wenn auch
die Rose die Königin der Blumen ist, die Iris ist eine Göttin.