Der Huflattich dürfte der erste Vertreter der Korbblütengewächse im Frühjahr sein, denn oft schon ab Februar erstrahlen seine gelben Blütenstände in der Frühlingssonne.

In mehreren Reihen stehen die verhältnismäßig langen (ca. 1cm) und sehr schmalen Zungenblüten. Es sind sehr viele, bis zu 300 Stück. Sie sind weiblich und jede von ihnen bildet eine Frucht (Achäne, ca. 4mm lang) mit einem etwa 1cm langen, borstigen Haarkranz, der Papus genannt wird.

Dia 35 mm

Die Röhrenblütchen in der Mitte sind zwittrig angelegt, jedoch bilden sie nur Pollen, keine Samen.

Die an den Spitzen rötlich überlaufenen Hüllblätter sind zahlreich, schmal und einreihig angeordnet.

Die Blütenkörbchen öffnen sich bei schönem und trockenem Wetter und schließen sich am Abend und bei Nässe wieder, bis sie dann im Verblühen geschlossen bleiben.

Bienen und Fliegen befruchten die Blüten. Die Samen werden vom Wind verbreitet. Der Huflattich ist ein Lichtkeimer (wie viele andere Korbblütler auch), das heißt, dass die Samen nur unter Lichteinfluss keimen können.

An den Blütenstängeln (ca. 5-15cm hoch), die je ein Blütenkörbchen tragen, finden wir Schuppenblätter wechselständig angeordnet. Stängel und Schuppenblätter sind flaumig, weißfilzig behaart.

 

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Ausschnitt aus Dia 35 mm

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Erst nach der Blütezeit erscheinen die Grundblätter des Huflattichs. Ganz flaumig, weißfilzig erscheinen sie, die Oberseite verkahlt aber bald und wird dunkelgrün und ledrig, wogegen die Unterseite ihren weißfilzigen Flaum behält. Die herzförmigen Blätter sind gestielt und werden etwa handgroß.

Der Huflattich ist eine Pflanze des Brachlandes. Ödland, brachliegende Äcker, Wegränder, Bahndämme, Uferböschungen und Schuttplätze sind sein Revier. Dort wo der Boden feucht und kalkhaltig ist, bildet er individuenreiche Bestände.

 

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Laut meinen Heilpflanzenbüchern berichtete man über die Heilwirkung des Huflattichs schon sehr früh. Bereits im Altertum, sowie in den Schriften von Plinius, Dioskurides und Galen wird die Anwendung der Huflattichblätter geschildert.

Die Blüten, noch mehr aber die Blätter werden auch heute noch als Hustenmittel und bei Schleimhautreizungen in Mund, Rachen und Magen verwendet. Dabei sind die Blätter, die in der Sonne gedeihen reicher an Inhaltsstoffen: Pflanzenschleime, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Flavonoide. Pyrrolizidinalkaloide, die in den Blättern enthalten sind, bringen jedoch eine bedenkliche Nebenwirkung mit sich -Leberschädigung und eine krebserregende Wirkung kann nicht ausgeschlossen werden. Auf keinen Fall sollte deshalb die Droge über längeren Zeitraum angewendet werden. Schwangere und Mütter während der Stillzeit sollten gänzlich die Finger vom Huflattich als Heilpflanze lassen.

Aber, wenn Sie im Februar oder März erkältet sind, dann gehen Sie an den Tagen, an denen der Huflattich erblüht gut gekleidet hinaus in die frische Luft und erfreuen Sie sich an den ersten duftenden Blütensonnen im Jahr. Diese "Heilwirkung" wird keine Nebenwirkungen haben.

 
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Michael Feiler

 

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