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Der Huflattich dürfte der erste Vertreter der
Korbblütengewächse im Frühjahr sein, denn oft schon ab Februar erstrahlen
seine gelben Blütenstände in der Frühlingssonne. In
mehreren Reihen stehen die verhältnismäßig langen (ca. 1cm) und sehr
schmalen Zungenblüten. Es sind sehr viele, bis zu 300 Stück. Sie sind
weiblich und jede von ihnen bildet eine Frucht (Achäne, ca. 4mm lang) mit
einem etwa 1cm langen, borstigen Haarkranz, der Papus genannt wird.

Die Röhrenblütchen in der Mitte sind zwittrig angelegt, jedoch bilden sie
nur Pollen, keine Samen. Die an den Spitzen rötlich
überlaufenen Hüllblätter sind zahlreich, schmal und einreihig angeordnet.
Die Blütenkörbchen öffnen sich bei schönem und trockenem Wetter und
schließen sich am Abend und bei Nässe wieder, bis sie dann im Verblühen
geschlossen bleiben. Bienen und Fliegen befruchten
die Blüten. Die Samen werden vom Wind verbreitet. Der Huflattich ist ein
Lichtkeimer (wie viele andere Korbblütler auch), das heißt, dass die Samen
nur unter Lichteinfluss keimen können. An den
Blütenstängeln (ca. 5-15cm hoch), die je ein Blütenkörbchen tragen, finden
wir Schuppenblätter wechselständig angeordnet. Stängel und Schuppenblätter
sind flaumig, weißfilzig behaart. |
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Erst nach der Blütezeit erscheinen die Grundblätter
des Huflattichs. Ganz flaumig, weißfilzig erscheinen sie, die Oberseite
verkahlt aber bald und wird dunkelgrün und ledrig, wogegen die Unterseite
ihren weißfilzigen Flaum behält. Die herzförmigen Blätter sind gestielt und
werden etwa handgroß. Der Huflattich ist eine Pflanze
des Brachlandes. Ödland, brachliegende Äcker, Wegränder, Bahndämme,
Uferböschungen und Schuttplätze sind sein Revier. Dort wo der Boden feucht
und kalkhaltig ist, bildet er individuenreiche Bestände. |
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Laut meinen Heilpflanzenbüchern berichtete man über
die Heilwirkung des Huflattichs schon sehr früh. Bereits im Altertum, sowie
in den Schriften von Plinius, Dioskurides und Galen wird die Anwendung der
Huflattichblätter geschildert. Die Blüten, noch mehr
aber die Blätter werden auch heute noch als Hustenmittel und bei
Schleimhautreizungen in Mund, Rachen und Magen verwendet. Dabei sind die
Blätter, die in der Sonne gedeihen reicher an Inhaltsstoffen:
Pflanzenschleime, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Flavonoide.
Pyrrolizidinalkaloide, die in den Blättern enthalten sind, bringen jedoch
eine bedenkliche Nebenwirkung mit sich -Leberschädigung und eine
krebserregende Wirkung kann nicht ausgeschlossen werden. Auf keinen Fall
sollte deshalb die Droge über längeren Zeitraum angewendet werden.
Schwangere und Mütter während der Stillzeit sollten gänzlich die Finger vom
Huflattich als Heilpflanze lassen. Aber, wenn Sie im
Februar oder März erkältet sind, dann gehen Sie an den Tagen, an denen der
Huflattich erblüht gut gekleidet hinaus in die frische Luft und erfreuen Sie
sich an den ersten duftenden Blütensonnen im Jahr. Diese "Heilwirkung" wird
keine Nebenwirkungen haben.
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Foto & Copyright
Michael Feiler
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