Die Silberdistel (Carlina acaulis) ist eine distelähnliche 10-40cm hoch werdende Staude der Familie der Korbblütler (Asteraceae / Compositae)
Im Juli bildet sie im Durchmesser 6-12 cm große, Blütenkörbchen, deren äußere Hüllblätter den Stängelblättern gleichen. Auch die auf der Innenseite silbrig weißen "Blütenblätter" sind Hüllblätter und eben keine Einzelblüten, wie sie bei anderen Korbblütlern angetroffen werden. Sie sind ca. 4 cm lang und ca. 2 mm breit.
Dise weißen Hüllblätter besitzen einen hygroskopischen Mechanismus und bewegen sich bei feuchter Luft nach innen, so dass sich das Blütenkörbchen schließt, wogegen sie sich bei trockener Luft auseinander spreizen, wodurch sich der Blütenstand wieder öffnet. Die Blütenkörbchen sind oft noch im Winter bei trockenem Wetter schön und führen selbst in trockenem, abgestorbenem Zustand diese mechanische Bewegung durch. Auf diese Eigentümlichkeit bezieht sich der volkstümliche Name "Wetterdistel".

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Bild li: Bereits abgestorbene Pflanze mit geschlossenem Körbchen bei schlechtem Wetter.

Bild re: Bereits abgestorbene Pflanze mit zur Sonnenseite hin geöffnetem Körbchen, während die der Sonne abgewandte Seite noch geschlossen ist.

 

Die eigentlichen Blüten im Körbchen sind zwittrige Röhrenblüten.

 

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Carlina acaulis wird in zwei Unterarten eingeteilt: ssp. acaulis (Stängel kürzer als 5cm) und ssp. simplex (Stängel länger als 5cm und Blätter stark fiederteilig).

 

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Carlina acaulis ssp. simplex

 

Die Silberdistel kommt auf trockenen, lehmigen, kalkhaltigen Böden vor und besiedelt Halbtrockenrasen, magere Raine und extensiv bewirtschaftete Vieh- und Schafweiden. Die Wacholderheiden der Schwäbischen Alb sind bekannte und wertvolle Rückzugsgebiete. Sie ist auf die Beweidung mit Schafen angewiesen, um nicht von höheren Gräsern und Sträuchern überwuchert zu werden. Im Gebirge trifft man sie bis in Höhen von 2700 m an. Im Tiefland und auf Sandböden findet man sie nicht.
1997 war sie die Blume des Jahres. Dadurch sollte auf die Gefährdung dieser Biotope aufmerksam gemacht werden. Schon lange ist sie geradezu das Wahrzeichen der Schwäbischen Alb.
Die Pflanze ist geschützt !
 

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In der Volksheilkunde wurde Carlina acaulis als Magenmittel und als harntreibendes Mittel eingesetzt, doch Übelkeit und Erbrechen sind gelegentlich als Nebenwirkung beschrieben worden. Neben dem ätherischen Öl mit dem Carlinaoxid enthält die Pflanze auch noch Gerbstoff, Harz und Inulin.

 

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Das frische Blütenkörbchen

 

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Die ersten Röhrenblüten am Rand des Körbchens öffnen sich.

 

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Die Röhrenblüten im Körbchen sind verblüht

 

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Im Herbst und Winter werden die "Fallschirmchen" dem Wind anvertraut.

 

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"Weihnachtsgold"

 

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Michael Feiler

 

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