Aus einem stattlichen Wurzelstock, der äußerlich
schwarz aber innen weiß und saftig ist, sprießen borstig behaarte Stängel
und werden 50 cm bis 100 cm hoch. Wechselständig sitzen an diesen ebenso
borstig behaarte Blätter, die im unteren Bereich der Pflanze eher
eiförmig, im oberen lanzettlich geformt sind. Durch die am Stängel herab
laufenden Blätter erscheint dieser als geflügelt. Besonders an der
Unterseite der Blätter ist die grobadrige Nervatur deutlich ausgebildet.
In einem scheinrispig zusammengesetzten Blütenstand der sich in einer
ausrollenden Bewegung entfaltet (wie das auch bei anderen Boraginaceae zu
beobachten ist, besonders schön beim
Vergissmeinnicht),
hängen die violett-rötlichen bis lilafarbenen Blütenglöckchen. Ein jedes
Blütenglöckchen entspringt aus einem Blütenkelch, dessen Blätter noch
genau so borstig behaart sind wie die Laubblätter der Pflanze (vergleiche
mit Vergissmeinnicht).
Die mehrjährige Staude ist auf feuchtem Lehmboden, an Uferböschungen, an
Wassergräben, auf feuchten Wiesen und in feuchten Wäldern nicht selten
anzutreffen.
Nicht nur der deutsche Name „Beinwell“ macht auf die Heilwirkung der
Pflanze aufmerksam. Auch der botanische Gattungsname „Symphytum“ stammt
aus dem Griechischen und bedeutet „zusammenfügen“ und „zusammenwachsen“.
Hildegard von Bingen (1098 – 1179), der Botaniker und Apotheker
Tabernaemontanus (1520 – 1590) wie auch Paracelsus (1493 – 1541)
beschrieben die Anwendung und wahrscheinlich war schon viel früher die
Heilwirkung der Pflanze bekannt.
Auszüge aus der Beinwellwurzel, als Umschläge angewendet, leisten bei der
Heilung von Knochenschäden, Zerrungen, Verstauchungen oder Verrenkungen
gute Dienste. Schmerzen werden gelindert und Schwellungen gehen zurück.
Laut M. Pahlow sei dafür ein hoher Gehalt an Allantoin verantwortlich.
Allantion wirkt sekretolytisch und fördert die Granulation und ist im
Beinwell reichlich enthalten.
Die enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide machen die Heilpflanze jedoch auch
zur Giftpflanze und deshalb ist von der innerlichen Anwendung (das gilt
nicht für das Homöopathicum) oder von der Anwendung auf großflächigen
offenen Wunden abzusehen.